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Auftrag „Kristallbett“ erfüllt

Zu Besuch bei Heiko und Annett. Raphael ein Freund aus Abadiania hat mir den Auftrag erteilt, einen Satz Kristalle mit nach Deutschland zu nehmen. Die Kristalle sind für ein Kristallbett gedacht – das Kristallbett für die Halbschwester von Raphael, die einen schweren Autounfall hatte.

Die Art wie Raphael mich bittet, die Kristalle abzuliefern und heil an den Ort der Bestimmung zu bringen, spricht für sich und lässt keinen Zweifel offen. Wie schön, Heiko und Annett dann kennenzulernen. Der Camper ist schnell geparkt und ich bekomme Strom für die Nacht. Die Temperatur soll fallen, bis an die Schneegrenze.

Mit Heiko spreche ich viel über Krankheit und Heilung – erzähle ihm über Abadiania in Brasilien. Mir wird noch einmal bewusst, dass ich an der Schwelle zu einer neuen Denkweise stehe. „Es ist die Idee, die zählt!“, nehme ich von Heiko mit. Die Idee ist, dass Körper und Geist in sehr enger Weise miteinander verknüpft sind. Damit ist aber nicht nur die Psychosomatik gemeint, sondern weitergehend auch ein seelischer Zustand. Hier spüre ich noch einmal eine Unterscheidung. Von hier – fühle ich – kommt Lebenssinn, Freude und Bestimmung, Dankbarkeit und Zugehörigkeit zum Leben an sich. Oft habe ich das Gefühl, dass dieser Zustand vollkommen frei von der materiellen Ebene existieren kann, sich aber die physische Welt aussucht, um Ausdruck zu finden.

Annett kam gerade von Afrika zurück. Das ist ein neuer Strang in ihrer Lebensgeschichte. Nicht nur, dass sie sich um Asylanten kümmert, sie hat sich aufgemacht, um die Familie eines Asylanten zu besuchen. Ich nehme eine Frau wahr, die sich nach Afrika aufgemacht hat mit losen Anhaltspunkten, ohne Adresse im Vertrauen, dass es ein richtiger Schritt sein würde. Aus ihren Erzählungen wird deutlich, dass es der richtige Schritt war. Sie lernt eine neue Kultur kennen und mit der Kultur auch sich selbst in einer neuen Form. „Da gibt es noch viel zu integrieren“, sagt sie. Sie sieht glücklich aus. Es geht weiter. Sie strahlt Lebenssinn und Lernaufgabe aus, Zufriedenheit und Heimat. Für mich ist sie Brückenbauerin zwischen Kulturen. Ich spüre, wie bereichernd das Miteinander zwischen verschiedenen Kulturen sein kann und erinnere mich an Brasilien, wo mich noch vor ein paar Monaten eine neue Form von Heilung erreicht hat und nun integriert werden will.

Die guten Wünsche der beiden sind mit mir. „Ich tue etwas und warte nicht nur auf die nächste Therapie!“, spiegeln sie mir. Selbst, wenn scheinbar nichts weiter passiert, so füttere ich mich mit weitere Erfahrungen in meinem Leben und das alleine würde mich schon wieder ein Stück vorwärts bringen.

So bin ich unterwegs – mit Symptomen. Ich fühle mich wie eine Schnecke im Vergleich zu früher – aber ich bin unterwegs. Ich schlafe viel, muss verdauen und den Wandel in mir zulassen, anstatt ihn zu planen.

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