Zwischen den Zellen – ein Fluss von Energien

Ich beobachte wie meine Aufmerksamkeit immer wieder auf Körperteile fokussiert. Meine Milz oder meine Leber sind da Kandidaten, da sie die Krankheit der Polyzythämia vera und deren Verlauf ausdrücken. Dann spüre ich wieder Schmerzen entlang meiner Blutbahn. Ich bin fast auf der Suche nach Unstimmigkeiten und merke wie ich doch sehr gerne kontrollieren will. Es ist überflüssig zu bemerken, dass das nicht geht. Aber es zeigt meine Angst vor den Ungleichgewichten und den Erscheinungen, die mich in Drehschwindelattacken oder Ohnmachtsanfälle führen könnten.

Die Angst wird nicht kleiner. Seit Neuem versuche ich zwischen den Zeilen zu lesen. Nein – es geht nicht um Psychosomatik oder Psychotherapie. Es ist ein Blick in den Raum zwischen den Materie-Partikeln. Alles was ich fühlen kann ist Bewegung, ein Fluss von Energien, Transformation – ein Kommen und Gehen der unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Ein bisschen sieht es aus wie ein Satellitenbild aus dem All. Da ist viel Leben. Weiter kann ich wahrnehmen, dass es Bereich der Kontraktion und Bereich der Entspannung gibt. Bestimmte Kontraktionen sind verklumpt. Die Energie ist nicht im Fluss. Es bilden sich Inseln, die wie Eisschollen – wie Blutklumpen – aussehen. Ich bemerke einen Informationsaustausch zwischen Energiefeldern in kleiner wie großer Dimension. Jedes neue Element an Information wird vom gesamten System verarbeitet und bringt Umgestaltung mit sich.

Ich frage mich nach meinem Körper. Der ist nicht wirklich sichtbar. Es ist wie wenn wir in unserem Alltag den Blick dafür verlieren, dass wir Teil einer Erde, einer Galaxie sind.

Was aber bringt ihn dann in Erscheinung – diesen Organismus? Es muss eine Art von Bestimmung geben. Etwas mag sich erfüllen wollen und sucht daher die Form. Das klingt jetzt alles sehr metaphysisch und gleichzeit scheint dahinter Sinn zu liegen. Oft fehlt dieser Sinn in Krankheiten. Es ist eine Art Zustreben auf eine Erfahrung – eine Seinserfahrung. In diesem Moment fallen meine Vorstellungen in sich zusammen. Ich nehme jetzt Bewegung wahr. Ich spüre das in Bewegung setzen in Richtung auf eine Erfüllung. Ich werde zum Fluss. Eine Kraft jenseits von Kontrolle ergreift die Führung. „Bestimmung“ höre ich im Rauschen. Der Rest bleibt vage. Bewegung ist gut. Eine grosse Kraft wird erlebbar. „Loslassen, loslassen“ hallt es nach.

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