17 Nachhaltigkeitsziele

für die nächsten sieben Generationen

Die Geschichte beginnt mit den Millenium Entwicklungszielen. Diese wurden zur Jahrtausendwende von einem Gremium der Vereinten Nationen, der Weltbank und des IWF und des Entwicklungsausschusses der OECD entwickelt und formuliert. Während die Millenium Entwicklungsziele hauptsächlich für die Entwicklungsländer gedacht sind, beschäftigen sich die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung mit Themen, die an alle Staaten der Weltgemeinschaft gerichtet sind. Oft wird auch von einer Ablösung der MDGs durch die SDGs gesprochen.

Am 1.Januar 2016 traten die Nachhaltigkeitsziele in Kraft und sollen bis 2030 umgesetzt sein. Der offizielle Titel lautet Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Es ist der erste Plan der Menschheit, den Herausforderungen wie Klimawandel, Übersäuerung der Meere oder Armut zu begegnen. Damit tragen die Ziele dem Umstand Rechnung, dass der Mensch gewollt oder ungewollt zu einem entscheidend prägendem Faktor der Biosphäre auf dem Planeten Erde geworden ist. Wissenschaftler sprechen von dem Zeitalter des Menschen – dem Anthropozän.

Am 25. September 2015 wurden auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2015 am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York die 17 „Ziele nachhaltiger Entwicklung“ von der Generalversammlung der Vereinten Nationen entsprechend verabschiedet. Im Einzelnen stellen sich die Nachhaltigkeitsziele wie folgt dar:

  1. Armut in jeder Form und überall beenden
  2. Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
  3. Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
  4. Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern
  5. Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen
  6. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
  7. Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern
  8. Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
  9. Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
  10. Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern
  11. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen
  12. Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen
  13. Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen – (in Anerkennung der Tatsache, dass die UNFCCC das zentrale internationale, zwischen-staatliche Forum zur Verhandlung der globalen Reaktion auf den Klimawandel ist)
  14. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen
  15. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen
  16. Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen
  17. Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben.

Quelle: http://menschliche-entwicklung-staerken.dgvn.de/menschliche-entwicklung/ziele-fuer-nachhaltige-entwicklung-sdgs/

Die 17 Nachhaltigkeitsziele sind eng mit dem Konzept der Planetaren Belastungsgrenzen (Planetary Boundaries) verbunden. Um katastrophale Umweltveränderungen zu vermeiden wird hier von Belastungsgrenzen gesprochen, die die Menschheit beachten soll, um die Resilienz des Planeten nicht zu gefährden. Beim Überschreiten einer Grenze besteht die Gefahr, dass irreversible und plötzliche Umweltveränderungen gibt, die sich nicht mehr zurück entwickeln lassen. Neben dem Klimawandel zählen Bioversitätverlust, Stickstoffkreislauf und Landnutung zu diesen Grenzen.

Johan Rockström, der Geschäftsleiter des Resilienz Zentrums Stockholm, leitete 2009 eine Gruppe von 28 Akademikern, die zusammen die Planetaren Belastungsgrenzen erarbeiteten. Die Studie postuliert zum ersten Mal, dass es für die Menschheit ratsam wäre, sich innerhalb eines durch die planetaren Belastungsgrenzen festgelegten Rahmens zu bewegen – dem „safe operating space for humanity“. In zahlreichen öffentlichen Vorträgen gibt Rockström dieses Modell allgemeinverständlich bekannt.

Mehr zu den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung gibt es unter:
https://sdgsinaction.com/ als App
https://sustainabledevelopment.un.org/index.php?menu=1300

Für „faule“ Anwender, die trotzdem willig sind, den Planeten zu retten, gibt es einen kurzen Leitfaden, was im privaten Bereich zu tun ist.

http://www.un.org/sustainabledevelopment/takeaction/

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