Bildcollage: Markus Werner / Pixabay /CC0

Corona-Virus konfrontiert die Menschheit

Viele hatten das Virus SARS-CoV-2 nicht ernst genommen als es erstmals in China in Erscheinung trat. Wir sahen zu, wie es sich nach und nach über den ganzen Erdball verbreitete und begannen die Toten zu zählen, die mit dieser Pandemie in scheinbarem Zusammenhang stehen. Eine grafische Aufarbeitung des Spiegels zeigt die Verbreitungsgeschwindigkeit.

Der Erreger wird heiß diskutiert. Bis zum 20.April 2020 konnte Patient „Null“ – bei dem der Virus von einem Tier auf den Menschen überging – wie z.B. bei dem Ebola-Virus nicht ausfindig gemacht werden. Wissenschaftler versuchen das Virus aus der Corona-Familie zu verstehen. „Die durch das Virus ausgelöste Lungenerkrankung lässt sich nicht mit bekannten Lungenentzündungen vergleichen“, sagen Ärzte. Es gibt keine Medikamente und keinen Impfstoff. Schwerwiegende Krankheitsverläufe müssen auf Intensivstationen behandelt werden. Beatmungsgeräte kommen zum Einsatz. Am 21.April gibt das Robert-Koch-Institut bekannt, dass es sich möglichst viele Obduktionen wünsche, um die Erkrankung zu verstehen. Etwa zur gleichen Zeit spekulieren Ärzte über die Todesursache. Inzwischen geht man von Thrombosen aus.

Fakt ist derzeit, dass Covid-19 tödlich sein kann, wenn Menschen in Kontakt mit dem Erreger waren und eine ungünstige körperliche Konstitution mitbringen. Die Einnahme von Immunsuppressiva beispielsweise macht Menschen anfälliger für die Erkrankung. Es kann alte wie junge Menschen treffen. Ein 17-jähriger Amerikaner verstarb innerhalb von 5 Tagen an den Folgen der Infektion.

Eine zu schnelle Ausbreitung der Erkrankung wird befürchtet. Die Kapazität der Krankenhäuser, Schwererkrankten auf Intensivstationen zu helfen, wäre schnell ausgeschöpft. Immer noch werden weitere Intensiveinrichtungen gebaut, um vorbereitet zu sein, auch wenn die Zahlen der Neuinfektionen derzeit rückläufig sind. Nur zwei Mittel helfen im Vorfeld: der Schutz vor Ansteckung durch physischen Abstand und Händewaschen. Das Tragen von Masken ist fragwürdig. Gleichzeitig genesen immer mehr Menschen. Die Wissenschaft steht vor einem Rätsel.

Seit der Abriegelung der chinesischen Stadt Wuhan am 23.Januar hat sich die Welt verändert. Die Wirtschaft hat schwere Einschnitt in Kauf nehmen müssen. Regierungen reagierten unterschiedlich schnell auf die Ausbreitung. Nur die Beteiligung an den notwendigsten Güter- und Dienstleistungsflüssen ist den Bürgern vieler Länder erlaubt: Einkaufen, Arbeiten und Begegnungen in den Familien. Größere Ansammlungen sind untersagt. Es gelten strenge Hygieneverordnungen. Bei Gesprächen muss ein Mindestabstand eingehalten werden.

Das medizinische System steht vor einer Herausforderung. Seit Jahren werden immense Geldsummen ausgegeben, um Mutationen von Viren vorherzusagen und um gleich einem Wetterbericht möglichst schnell reagieren zu können. Einmal mehr ist deutlich geworden:

Der menschliche Organismus ist verwundbar und der Körper ist endlich.

Das hat sich auch mit modernster Medizintechnik des 21.Jahrhundert nicht geändert. Diese Eingeständnis bremst den Motor einer boomenden Wirtschaft und lässt das Vertrauen in ein schier endloses Wachstums noch einmal schwinden. Demokratien, Wirtschaftssysteme und Staatenbündnisse stehen vor einem Belastungstest. Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation stehen auf dem Prüfstand. Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation und reagieren mit Stress und Angst. Es braucht Handlung, um einer Ausbreitung entgegenzuwirken. Kontrolle ist das Mittel der schnellen Wahl. Staatsanleihen werden ausgegeben. Unternehmer und Bürger sollen unterstützt und vor der Insolvenz bewahrt werden. Kurzarbeit wird ausgesprochen. Urlaube werden storniert. Wir befinden uns in einem Ausnahmezustand. Mit Spannung wird erwartet, ob die seit dem 20.April 2020 gelockerten Ausgangsbeschränkungen nicht zu einem erneuten Anstieg der Fallzahlen führen.

Welches Ereignis hätte in so kurzer Zeit, die gesamte Erdbevölkerung erfassen und zur Solidarität über Ländergrenzen hinweg aufrufen können? Corona wird wohl das Wort des Jahres 2020 werden. Bis dahin wird es die Welt weiter in Atem halten.

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