Photomontage by wernermarkus.com

Bewusstsein Mensch – Erde

Eine neue Perspektive

Ein neues Denken und Fühlen und damit eine neue Weltsicht sind nötig, um den Herausforderungen der heutigen Zeit, die inzwischen global geworden sind, als Menschheitsfamilie begegnen zu können. Die größte Aufgabe ist zweifellos der Klimawandel. Seine Auswirkungen betreffen längst nicht mehr nur einzelne Kontinente. Flächenbrände und Überschwemmungen treffen inzwischen auch Industrienationen. Und das Aufkommen der Völkerwanderung in den letzten Jahren wirft aktuell die Frage auf, ob es inzwischen auch um soziale Gerechtigkeit auf globalem Level geht.

Glücklicherweise erleben wir bereits die ersten Umsetzungsversuche eines Bewusstseinswandels, der schon vor Jahrzehnten begann.

1968

Apollo 8 fliegt zum Mond

Die Astronauten landen nicht, sondern bewegen sich lediglich in einer Umlaufbahn um den Mond. Während dieser Apollo-Mission hat einer der Astronauten eine spontane Idee: „Ich dreh‘ euch die Kamera einmal herum und zeige euch die Erde …“ Das war das erste Mal, dass die Menschheit die Erde live zu sehen bekam:

Eine blaue Kugel, die sich durch das Weltall bewegt.

OVERVIEW from Planetary Collective on Vimeo.

2016

Unzählige Initiativen sind unterwegs Richtung Zukunft

Über 45.000 Pioniere weltweit hatten 2015 am U.Lab 2.0 – einer Bewegung um die U-Theorie von Otto Scharmer – teilgenommen. Die Methode des Dragon Dreaming von John Croft hat unter anderem die Transition Town Initiative von Rob Hopkins in die Welt gebracht. Die Pachamama Alliance von Co-Gründerin Lynn Twist will zeigen, dass wir in einer Art TRANCE leben, aus der wir erwachen können hin zu einem ökologisch nachhaltigem, sozial gerechten und spirituell erfüllenden Leben. Barbara Marx Hubbard spricht von Pionieren einer bewussten Evolution, wenn sie in ihrem ACE-Training anbietet, den UNIVERSALEN MENSCHEN zu entdecken.

Ideen, um ökologisch, sozial oder spirituell neu zu denken werden gerade überall auf der Welt geboren. Initiativen und Gruppen formen sich – eine Aufbruchbewegung entsteht.

Hinter dieser Bewegung steht eine neue Weltsicht. Wir fühlen sie, denn es ist die ZUKUNFT. Was wäre, wenn wir die Kamera noch einmal umdrehen und uns den MENSCHEN anschauen. Bei all den Projekten und Geschehnissen auf dem Planeten Erde entdeckt dieser Mensch in sich etwas, das schon immer in uns wohnte, dem nicht soviel Beachtung geschenkt wurde und das erst über die Jahrhunderte zur Reife kommt:

Ein neues
PLANETARES BEWUSSTSEIN DER VERBUNDENHEIT

Was bedeutet in diesem Zusammenhang Co-Kreation? Werden es in Zukunft immer noch einzelne Pioniere sein, die entscheidende Richtungsänderungen in die Gesellschaft bringen oder werden Kollektive wichtiger?

Ich möchte meine Beobachtungen durch ein paar Beispiele untermauern und ebenfalls ein positives Bild in die Zukunft der Menschheitsgeschichte zeichnen. Denn auch ich sehe Hoffnung für ein Fortbestehen des Lebens auf dem Planeten Erde trotz des sechsten großen Massensterbens.

Die Dokumentationsreihe Mankind – Die Geschichte der Menschheit hat unsere Geschichte in packenden Bildern zusammengefasst und zeigt das Bild einer Spezies, die unter den widrigsten Bedingungen höchste Leistungen erziehlt hat. Die Menschheit hat viel erfahren auf ihrer Reise durch die Zeit. Hat sie auch gelernt? Ist sie sich ihrem Potential sowie auch den Abgründen des Menschseins bewusst?

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Nur wenig taucht von dieser wunderbaren Rasse in den Massenmedien auf. Konsum, Unterhaltung und Sex regieren unser Verhalten. Das war wohl auch in vergangenen Epochen so. Und trotzdem blitzt zwischen den Machtmaschinerien von Berichterstattung, Social Media und Kapital immer wieder der Funke einer Kraft durch, die wir scheinbar vergessen haben – die Evolution.

Bei genauerem Hinschauen wird klar, dass wir dieser Kraft gar nicht ausweichen können. Vielleicht ist es die Kraft, die seit Jahrtausenden den Kosmos in Bewegung hält, Erfahrung ermöglicht und neue Varianten im Lebenszyklus ermöglicht. Nie war diese Kraft deutlicher zu spüren als heute. All die Krisen, die vor der Haustür unserer modernen Zivilisation stehen, zeigen, dass wir uns weiterentwickeln müssen, dass das Leben bei unseren Errungenschaften nicht halt macht. Es fordert uns auf. Es will mehr Wachstum – allerdings nicht in der Form, die wir seit geraumer Zeit praktizieren.

Wissenschaftler haben diesem bevorstehenden Zeitalter einen Namen gegeben. Sie sprechen vom Anthropozän: dem Zeitalter des Menschen. Der wesentliche Unterschied im Vergleich zu früheren Epochen ist, dass der Mensch maßgeblich in den Ablauf der Evolution eingreift.

© Willkommen im Anthropozän (German version) from WelcomeAnthropocene on Vimeo.

Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung in Fragen zu globalen Umweltveränderungen hat in seinem Hauptgutachten 2019 von einer Umwälzung durch die Digitalisierung gesprochen, der den Umwälzungen der Industrialisierung vor etwa einem Jahrhundert gleich kommt. Wir sind mitten in einem weiteren Quantensprung in der Entwicklung der Menschheit.

Irgendwo wartet ein Evolutionssprung auf uns …

Mehr dazu unter SDSN EDU

Um wirklich nachhaltig eine Veränderung auf dem Planeten zu bewirken, braucht es neue Denkmodelle und eine neue Weltsicht. Diese Weltsicht entsteht durch die Geschichten, die wir uns erzählen. Die Gemeinschaft der Findhorn Foundation im Norden Schottlands hat den New Story Hub ins Leben gerufen, um sich der Erforschung dieser neuen Geschichte zu widmen. 2014 hat die Stiftung den New Story Summit ausgerichtet. Daraus entstand 2016 der New Story Film.

© Trailer – New Story Film von New Story Hub on Vimeo.

Während des Treffens auf dem New Story Summit war spürbar, dass es noch keine neue Geschichte gibt. Sie entsteht gerade. Dieser Prozess ist durch Loslassen gekennzeichnet. Konkret hieß das für die Moderatoren der Gruppen, dass auch die Modelle der Gruppenbegleitung einem Wandels unterliegen und Veränderung suchen. Die Pioniere des Treffens wünschten sich andere Formen der Erfahrungen und des Austauschs.

Trotzdem war man sich einig:

Wir erzählen uns neue Geschichten.

Mehr dazu unter http://newstoryhub.com

Die Hopi-Indianer haben eine Prophezeiung. Sie spricht von einer Zeitenwende, die auf uns zukommt. Wann diese exakt stattfindet soll, variiert bei den Sprechern. Interessant ist, dass von LOSLASSEN gesprochen wird. Etwas ALTES will gehen, bevor das NEUE in die Welt kommen kann. Im Folgenden der Aufruf der Hopi:

Wir befinden uns in einem reißenden kosmischen Fluss.
Dieser ist so stark und mächtig,
dass ihn viele Menschen fürchten werden.

Sie werden versuchen, sich am Ufer festhalten.
Sie werden auch das Gefühl haben,
auseinander gerissen zu werden und
werden aus diesem Grund auch sehr leiden.

Wisse, dass der Fluss seine Absicht und sein Ziel hat.

Die Weisen der Hopi-Indianer rufen dazu auf, sich vom Ufer loszulösen
und in die Mitte des Flusses reißen zu lassen.

Wir sollen unsere Häupter über dem Wasser halten,
um den Blick für jene freizuhalten, die wie wir selbst
mit Vertrauen und Freude im Flusse treiben.

In dieser Zeit sollten wir nichts persönlich nehmen
und auf uns alleine beziehen. Tun wir das dennoch,
beginnen wir unsere spirituelle Reise und unser Wachstum zu blockieren.

Die Zeit des einsamen Wolfes ist vorbei.
Orientiert euch an der Gemeinschaft, an den Mitmenschen.
Streichen wir doch das Wort ‚Kampf’ aus unserem Vokabular,
aus unserem Bewusstsein.
Alles, was wir im Alltag machen,
sollte als heiliger Akt betrachtet werden.

Suche keinen Führer abseits deiner selbst.
Gewinne deine eigene Kraft zurück
und erhalte sie für deine Entwicklung.

Es gibt keine Landkarten mehr,
keine Glaubensbekenntnisse und keine Philosophien.
Von jetzt kommen die Anweisungen geradewegs aus dem Universum.
Der Plan wird offenbar, Millisekunde auf Millisekunde,
unsichtbar, intuitiv, spontan, liebevoll.

Gehe in deine Zelle und deine Zelle wird dich alles lehren,
was es zu wissen gibt.

Auf in eine gemeinsame Zukunft …

Mitakuye Oyassin
– Für alle meine Verwandten

2020
Die Menschheit betrifft jeden einzelnen Weltbürger. Inzwischen gehen die Auswirkungen des Einfluss unserer Spezies weit über Ländergrenzen hinaus. Wir wachsen zu einer globalen Familie zusammen. Unser Land ist die Erde. Jeder einzelne Mensch ist im Moment aufgerufen, sich Gedanken über den Zustand dieser Welt zu machen und seinen Platz im großen Wandel – wie Johanna Macy diese Zeit beschreibt – zu finden.

Die globale Finanzkrise von 2008 hat mich aufgerüttelt. Seit diesem Zeitpunkt mache ich mir meine eigenen Gedanken und beobachte mein Leben und die Welt. Es gibt soviel zu entdecken in diesem Jahrhundert, in dem wir momentan leben. Wir brauchen nur unsere Augen zu öffnen und wirklich in die Welt zu sehen. Unser Blickwinkel ändert sich vorallem, wenn wir unser falsches Selbstbild aufgeben. Das ist meines Erachtens die größte Herausforderung für uns alle.

Das Leben hat mich in den letzten Jahren genau an diesen Punkt gebracht. Meinen Weg im Umgang mit dem Wandel will ich gerne in meinen Filmen und meinem Buch teilen.