PILGERREISEN

bewusst … unterwegs … Sein

Am Anfang war da nur ein Bauchgefühl. In der Innenstadt von München schien ich urplötzlich durch meine kleine, selbst gebaute Welt zu sehen. Für ein paar Millisekunden nahm ich wahr, dass ich mich in einer Scheinwelt befand. Dann verschwand dieses Erkennen so wie es gekommen war – einfach mit dem nächsten Atemzug.

Doch etwas blieb. Auf seltsam unbekannte Weise hatte dieses Erleben eine Tür aufgestoßen. Diese Öffnung sollte sich nicht wieder schließen lassen und der Geist, der da hervor schien, setzte mich auf eine Art Spur – eine Fährte, der ich seitdem folge.

QUOVADIS?MENSCH – ist die Antwort in mir

[

Auf den SPUREN der KRAFT

]

Alles begann mit einer Pilgerreise. Ich hatte 2008 beschlossen, den Zeitgeist zu erforschen. Bewusst hatte ich mich von den Massenmedien abgewandt und mich auf eine innere wie äußere Reise quer durch Europa begeben. Ich bin den Menschen dieses Europa begegnet, habe gesellschaftliche Strömungen verfolgt und mich mit offenem Geist und Herzen auf das eingelassen, was mir meine Intuition als Weg aufzeigte. Ich tat meine ersten Schritte auf dem Weg eines Pilgers – eine Reise ins Unbekannte im Vertrauen auf etwas Größeres.

Ich entdeckte einen Übergang in eine neue Art des Seins. All die Krisen stellten sich mir zwar als Herausforderungen dar – waren aber nicht der Fokus meiner Aufmerksamkeit. In der Essenz wurde ich aufmerksam auf die Frage nach dem „wahren“ Menschsein hinter unseren Rollen – hinter der Gesellschaft. Das ließ sich nicht einfach erklären, sondern wollte erforscht und gespürt werden.

Meine Pilgerreise in Form von zwei DVDs ist das Zeugnis eines ganz persönlichen Aufbruchs in den Zeiten des großen Wandels, wie Joanna Macy es ausdrückt. Wo ist Gott? Was ist die Wissenschaft? Wie definiert man die Rolle des Menschen? Das sind meine ersten Fragen auf diesem reichhaltigen Erfahrungsweg.

--- Deine Erfahrungen teilen
---

[

Die WELT in LICHT und ENERGIE

]

Mein Leben führte mich an einen Kraftort mitten im Herzen Deutschlands. Ich verliebte mich in diesen Ort. Ich lernte die Erde schätzen und begriff meine Beziehung zu Pachamama – zur großen Erdmutter. Die Arbeit der Pachamama-Alliance brachte den Stein ins Rollen. Als Dipl.Ing. des Maschinenbaus und als Filmemacher war das eine ungewohnte Erfahrung.

Ahnungslos und naiv wagte ich mich in das vor mir liegende Neuland. Ich lernte über kollektive Energiefelder und die Weltbilder ganzer Epochen und Kulturen. Ich fand einen Spiegel, in dem ich mich selbst durch die Zeiten erkannte. Ich bekam Einblicke in die Macht von Visionen und spürte die Verbindung zu allem Lebendigen. Ein tiefes Gefühl von Heimkommen machte sich in mir breit.

Ich befand mich weiter auf der Suche nach dem Großen Wandel (Joanna Macy) und begriff langsam, dass dieser Wandel in mir anfangen musste. Durch meine Begegnungen in Gemeinschaften wie der Findhorn Foundation im Norden Schottlands oder dem Zegg bei Berlin oder der damals neu entstandenen Gemeinschaft von Tempelhof, erkannte ich ein Miteinander, das hier im Westen scheinbar verlorengegangen ist. Ich nahm an Gemeinschaftsbildungsprozessen teil, die einen gesellschaftlichen Wandel für notwendig hielten und halten. Hinter all meinen Erfahrungen nahm ich einen Geist wahr, der mich vorwärtsbewegte. In einem Seminar von Barbara Marx Hubbard – einer amerikanische Pionierin in Sachen Bewusstsein – bekam diese Kraft 2012 einen Namen: die Evolution. Vielleicht ist das der moderne Begriff für den großen Geist, den indigene Völker schon Jahrhunderte lang benennen.

Lange Zeit dachte ich, das dieser Weg das Ergebnis meiner Reise sei – vielleicht sogar eine Art Wahrheit. Wenn ich diesen Weg nur bewusst und mit Entschlossenheit gehen würde, dann würde ich „Resultate“ erzielen. Damals war mir nicht bewusst, dass mir noch viele Erfahrungen und Erkenntnisse fehlten. Das änderte sich…

--- Deine Erfahrungen teilen
---

[

Der GROSSE WANDEL

]

Ich kenne Zeiten, da habe ich meinen Weg aus den Augen verloren. Etwas war zu schmerzvoll. Etwas hatte mich zu sehr aus der Bahn geworfen. Fast immer hatte etwas Größeres mein kleines Leben übernommen.

In diesem neuen Lebenskapitel wurde ich krank. Mir wurde ein Blutkrebs diagnostiziert. Ich fiel vom Glauben ab. Die folgende Behandlung katapultierte mich in den nächsten sieben Jahren ins Nirgendwo. Plötzlich hatte ich mein Leben nicht mehr im Griff. Ich konnte nicht einfach das tun, wonach mir war. Das Alles stieß mich in eine ganz neue Lebenserfahrung.

Am besten lässt sich diese Erfahrung vergleichen mit einem Filmriss. Du sitzt im Kino und bist ergriffen von dem, was auf der Leinwand passiert. Du gehst die Schritte mit dem Protagonisten mit und lachst und leidest mit. Dann plötzlich reißt der Film und es ist nur noch Licht auf der Leinwand. Der Vorführer schaltet den Projektor ab und du sitzt im Dunkeln.

Da ist eine Realität übrig, die nicht meinen Vorstellungen, meinen Gewohnheiten und meinen Vorlieben entspricht. Man könnte von Ernüchterung sprechen. Über die Jahre einer fortschreitenden Erkrankung greifen die körperlichen Prozesse immer tiefer in mein Selbstbild ein und die Wahrnehmung von am Leben-sein ändert sich grundlegend. Oft fühle ich mich mürbe. Etwas nagt an meiner Seele.

Bis zum Moment des großen Loslassens.

Dann kommt etwas in Bewegung. Das ist nicht im Äußeren zu sehen, aber innerlich spürbar. Noch einmal ändern sich Äußerlichkeiten wie der Freundeskreis, die Beziehung, vielleicht der Wohnort. Ich gebe mich vollkommen hin an das, was ist. Es ist ein Punkt des absoluten Loslassens, der Hingabe, des Nicht-Wissens. An keiner Stelle bewerte ich mehr. Das Leben beginnt zu fließen – durch mich hindurchzufließen. Mehr ist da nicht.

An diesem Punkt aber darf ich zu wünschen beginnen. Ohne dass ich in Handlung gehen muss, darf ich mir ein Leben vorstellen, wie es sich in meinen kühnsten Träumen abbildet. Nur darum geht es. Ich atme es voll ein – mit ganzem Herzen.

Da ist sie wieder – diese große Kraft, die mich schon vor 13 Jahren in ein komplett neues Leben gezogen hat. Diese Kraft hat mich eingeladen, mich mitfliessen zu lassen in etwas Neues. Sie hat Richtung und Bestimmung. Es war ein harter Übergang und das Loslassen fiel und fällt mir immer noch schwer. Doch das erste Mal sehe ich wieder Licht am Ende des Tunnels.

Was für ein Abenteuer!

--- Deine Erfahrungen teilen
---

[

DEINE SONGLINE

]

Ich bin mir sicher, dass auch du auf einer Pilgerreise bist. Es ist kein Zufall, dass du genau jetzt in diese gesellschaftlichen Zusammenhänge geboren wurdest. Es ist kein Zufall, dass dein Leben sich entfaltet wie es sich eben entfaltet. Ich stelle immer wieder fest, dass es nicht um ein Mehr-Sein oder ein Mehr-Verstehen geht, sondern eher um ein So-Sein wie du eben bist. Es ist das Geschenk, das wir alle für die Welt sein können, das jetzt zählt – es ist das Geschenk unserer Anlagen, die wir mit auf die Welt gebracht haben. Das zu erkennen mag schwierig sein, da sich unser Blick auf unsere natürliche Art zu sein im Laufe unser aller Leben arg verstellt hat. Glaubenssysteme aus Familie, Schule und Beruf haben dazu beigetragen. Vielleicht aber gibt es einen Weg zurück zu einem einfachen und wahren Sein – dort wo auch unsere Seelenwege irgendwann einmal ihren Ursprung nahmen. Die australischen Ureinwohner sprechen von den Songlines, denen wir als Einzelne und als Gruppe folgen können.

QUOVADIS?MENSCH – ist die Antwort in dir

In der Rückschau erkennen wir den roten Faden oft, der sich wie ein Lebensthema, eine Lebenslinie oder ein Gebet durch unsere individuellen Leben zieht. Manche nennen diesen Weg den Weg der Seele. Diesen Weg zu gehen, ist das größte Abenteuer eines Lebens. Bist du bereit? Apollinaire drückt es so aus:

„Kommt an den Abgrund“, sprach er.
Sie antworteten: „Das geht nicht! Wir würden stürzen!“
„Kommt an den Abgrund“, sprach er.
Wir können das nicht… Wir haben Angst!“
Doch er sprach: „Kommt – an – den – Abgrund.“

Und sie kamen.
Und er gab Ihnen einen Schubs.
Und sie flogen.

Guillaume Apollinaire

--- Deine Erfahrungen teilen
---