Photomontage by wernermarkus.com

Medien

Die Digitalisierung hat schon heute tiefgreifende Einschnitte in das menschliche Verhalten verursacht. Viele Alltagstätigkeiten sind schneller bewältigt. Überweisungen sind in Millisekunden beauftragt. Die Landkarte gibt es auf dem Smartphone – Navigator inklusive. Briefe werden so gut wie überflüssig. Ein Teil des sozialen Lebens verlagert sich ins Internet.

Wir feiern das als Erfolg. Doch sind wir uns auch der sozialen Verwerfungen bewusst, die diese Entwicklung mit sich bringt?

Nicht alle älteren Menschen schreiben Emails und Pflege und Haushalt lassen sich (immer noch) nicht von Maschinen bewerkstelligen. Wer will das auch schon?

Die letzten Jahrzehnte sind wir auf dem Gebiet der Robotik in den Nanobereich vorgedrungen und planen inzwischen Operationen in Blutgefäßen. Wir stellen gentechnisch Medikamente her und patentieren Substanzen aus dem Garten der Natur. Inzwischen ist das mechanistische Weltbild, das sich zu Lebzeiten von Newton entwickelte, in alle Lebensbereiche vorgedrungen. Selbst in der Medizin tauschen wir Organe und Knochen wie die Bauteile eines Autos in der Werkstatt.

Schon sind wir dabei, eine weitere Grenze menschlicher Vorstellungskraft zu überschreiten. Wir sehen uns Daten an, fassen diese in Clouds zusammen und experimentieren mit künstlicher Intelligenz. Es geht nicht mehr um die Hardware des Lebens. Nein – uns interessieren jetzt Wahrnehmung und Bewusstsein auf eine ganz neue Art. Wir dringen in die Bereiche der Software vor. Die Quantenphysik hat dafür den Boden bereitet.

Ein Teilchen kann als Partikel oder als Welle gesehen werden und kann sich an zwei Orten gleichzeitig aufhalten. Plötzlich wird der Zeitpunkt des Beobachtens wichtig. Je nachdem, wie wir hinschauen, verhält sich ein Elektron nach Alltagserfahrung oder nach den Gesetzen der Quantenphysik.

Dieses Land von Masseninformation und Massenspeicher ist ein großes Neuland. Unabhängig von Datenschutzgesetzen hinterlassen wir über Portale wie Facebook und Co Datenspuren im Internet. Durch Klicks und Likes werden Meinungen gebildet. Moocs – Massive open online courses (dt. offener Massen-Online-Kurs) erreichen theoretisch eine unbegrenzte Anzahl von Menschen gleichzeitig. Das Verhalten von Wählern wurde beim Wahlkampf von US-Präsident Trump über gezielt geschaltete Wahlwerbung auf Facebook beeinflusst. Eine Onlinestudie von ARD und ZDF gibt bekannt, dass wir im Durchschnitt 2,5 Stunden täglich im Internet verbringen. 1997 nutzten 4,1 Millionen Menschen ab 14 Jahren Zeit das Internet. 2017 sind es 62,4 Millionen Menschen (Zeit Online).

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Wie gehen wir mit all den Informationen um? Eine Maschine können wir ausschalten. Doch tun wir das nicht mehr. Die Rechenzentren, die uns die GIGA-Datenströme ermöglichen verschlingen Energie.

Der Co2-Ausstroß aller Serverfarmen ist höher als der aller welweiten Fluggesellschaften.

Reinhard Ploss gegenüber RTL, Vorstandsvorsitzender des Chipherstellers Infenion

Wofür brauchen wir also all diese Informationen, die täglich auf uns einprasseln? Wir in vielen anderen Bereichen können wir damit verantwortungslos oder bewusst umgehen. Doch ganz so leicht ist es nicht. Der menschliche Trieb der Zugehörigkeit kann dazu führen, dass der Einzelne einfach nur mithalten will mit der Entwicklung. Werbung verlagert sich von den klassichen Medien wie Zeitung, Radio und Fernsehen auf Internetseiten. Der Nutzer wird darauf hingewiesen, Werbeblocker zu deaktivieren, um Inhalte lesen zu können.

Das Angebot an Informationen steigt. Durch Powerpoint und andere Multimedia-Präsentationen nehmen Studierende inzwischen ein Vielfaches an Information auf verglichen mit Studenten des letzten Jahrhunderts, deren Wissen noch über Tafel und Overhead-Folien vermittelt wurde.

Werden wir dem Leben damit gerecht?

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Eine Menge Fragen tauchen auf, die alle darauf abzielen, uns in dieser neuen Welt zu orientieren, zu definieren und zu positionieren.

Welchen Standpunkt nimmt der Mensch ein?
Was zeichnet unser Menschsein heute aus?
Wie sieht unsere Ethik aus?

Welche Zukunft schwebt uns vor?

Wie gehen wir mit der gewonnenen Kommunikationsfähigkeit um?
Wo dient sie uns wirklich? Wo schadet sie?

Verbindet sie uns tatsächlich? Oder gaukelt sie uns einfach nur Verbindung vor?
Was dürfen wir lernen in diesem neuen Szenario?

One DROP